Telefon-Kritzeleien enthüllen die Seele: Wer Blumen malt, liebt Harmonie
Archivmeldung vom 25.09.2008
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Freigeschaltet durch Thorsten SchmittSie entstehen bei Telefonaten, aber auch während Konferenzen oder in Vorlesungen: Die unzähligen Kritzeleien am Rand von Zeitungen und Notizzetteln, auf Servietten, Telefonbüchern oder Zigarettenpackungen geben Aufschluss über das Innere eines Menschen.
"Kreise, Ellipsen, Kurven oder Spiralen sprechen für schüchterne oder ängstliche Menschen. Herzen zeigen, dass man verliebt ist", erklärt Professor Alfred Gebert, Psychologe an der Fachhochschule des Bundes in Münster, gegenüber P.M. MAGAZIN. Zacken und Spitzen weisen seiner Beobachtung zufolge auf Aggressivität hin, während Dreiecke, Quadrate oder Rechtecke eher von Leuten gekritzelt werden, die Probleme rational lösen. Wer Blumen zeichne, liebe Harmonie und arbeite gerne im Team.
Darüber hinaus können Kritzeleien zu genialen Einfällen führen, wie das Beispiel des dänischen Physikstudenten Piet Hein zeigt: Als der angehende Physiker in einer Vorlesung vor sich hin kritzelte, erfand er ein kompliziertes 3-D-Puzzle aus sieben Grundformen. Noch heute liegt es als "SOMA-Würfel" in vielen Spielwarengeschäften aus.
Im englischen Sprachraum gibt es eigens ein Wort für Nebenbei-Zeichnungen: "Doodles", angeblich abgeleitet vom deutschen Wort "dödeln". Wer doodelt, liegt im Trend: Australier und Amerikaner begehen sogar den "National Doodle Day", den nationalen Kritzeltag.
Quelle: P.M. MAGAZIN