Thyssenkrupp-Chef: Ohne Investor muss HKM schließen
Thyssenkrupp-Vorstandschef Miguel López hat die Pläne zur Schließung der Duisburger Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) bekräftigt, sollte sich kein Investor für den Stahlstandort mit rund 3.000 Beschäftigten finden. "Ein Verkauf der HKM wird von uns absolut favorisiert. Wir haben aber immer wieder klar geäußert: Wenn ein Verkauf nicht gelingt, werden wir das Werk schließen müssen", sagte López der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ).
Die Hoffnungen auf eine Rettung der Hüttenwerke durch einen Einstieg des
Hamburger Investors CE Capital hatten sich vor wenigen Tagen
zerschlagen. Der Kaufinteressent habe die Gespräche über einen Erwerb
der HKM abgebrochen, erklärte Deutschlands größter Stahlkonzern
Thyssenkrupp Steel. "Wir bedauern sehr, dass der potenzielle Investor
die Gespräche über einen Einstieg bei HKM beendet hat", sagte López der
WAZ.
Zur Frage, ob Thyssenkrupp Steel die HKM-Beschäftigten
auffangen könne, sollte es zu einer Schließung des Standorts kommen,
sagte López: "Vom Grundsatz her wird das schwierig. Auch mit Blick auf
diese Frage wird es einen sehr intensiven Dialog mit den
Arbeitnehmervertretern geben - und eine Suche nach geeigneten Lösungen."
Thyssenkrupp
treibt die Pläne für einen Börsengang seiner Marine-Sparte voran. "Wir
wollen den Börsengang noch im Kalenderjahr 2025 vollziehen. Dafür
bereiten wir auch eine außerordentliche Hauptversammlung vor", sagte
López. "Wir wollen Marine-Aktien ausgeben, die unsere Aktionäre direkt
in ihr Depot gebucht bekommen. Klar ist: Thyssenkrupp behält die
Mehrheit, also mindestens 51 Prozent."
Mit Blick auf das
Marine-Geschäft, zu dem auch der Bau von U-Booten gehört, sagte López
der WAZ: "Das ist eine fantastische Geschichte." Bei nichtnuklearen
U-Booten sei Thyssenkrupp Weltmarktführer. "Unsere Auftragsbücher sind
voll", erklärte López. Thyssenkrupp sei zur Zukunft der Marine-Sparte in
regelmäßigen Gesprächen mit der Bundesregierung. "Ein Börsengang ist
nicht nur für uns ein wichtiger Schritt, sondern auch strategisch
relevant für die Bundesrepublik Deutschland mit Blick auf eine mögliche
Zusammenarbeit im europäischen Rüstungssektor", sagte der
Thyssenkrupp-Chef.
Quelle: dts Nachrichtenagentur