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Negative Konjunkturerwartung: Kupferverarbeitende Industrie unter Druck Institut der deutschen Wirtschaft warnt vor Abwanderung

Archivmeldung vom 13.11.2023

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.11.2023 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Mary Smith
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland führen in der Kupferindustrie zu negativem Wachstum.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland führen in der Kupferindustrie zu negativem Wachstum.

Bildrechte: shutterstock Fotograf: Kupferverband e.V.

"Jetzt haben wir es wiederum schwarz auf weiß" kommentiert Rolf Werner, Vorstandsvorsitzender des Kupferverband e.V., den neuesten Kurzbericht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW)*. "Die Auftrags- und Produktionsrückgänge der Kupferindustrie sind symptomatisch für einen stetigen Industrieabbau, der insbesondere die energieintensiven Branchen in Deutschland trifft." Gepaart mit den umfangreichen Transformationsanforderungen führen die schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die heimische Kupferindustrie zu negativem Wachstum.

Die Klimaschutzziele Deutschlands implizieren hohe Transformationsanforderungen für die Industrie. Die energieintensiven Branchen spielen dabei eine Schlüsselrolle, verzeichnen jedoch seit 2001 einen kontinuierlichen Rückgang ihres Kapitalstocks, so die Autoren des Kurzberichts. Insgesamt sei dieser von der Jahrtausendwende bis ins Jahr 2021 um rund ein Fünftel geschrumpft. Während die im internationalen Vergleich hohen Energiepreise Deutschlands die energieintensiven Branchen auch schon vor der Energiekrise 2022 stark belastet haben, lassen die Entwicklungen der letzten beiden Jahre nun auch weitere Abnahmen des Kapitalstocks erwarten, heißt es bei den IW-Experten.

Verzerrter Wettbewerb

"Die Energiepreise sind für unsere Branche weiterhin eine erhebliche Belastung. Das Konglomerat aus hierzulande hohen Kosten für Energie, hohen Lohnnebenkosten, überbordende Bürokratie im Inland und genau das Gegenteil im Ausland, wenig bürokratische, unternehmensfreundliche Anreizprogramme wie die US Inflation Act, beeinflussen Investitionsentscheidungen sehr deutlich", führt Werner weiter aus. "Das alles führt einerseits zu einer Wettbewerbsverzerrung auf den internationalen Märkten und trägt andererseits auch zur laufenden Deindustrialisierung vor Ort bei." Die IW-Studie führt die hohen Energiekosten ebenfalls als Einflussfaktor für Investionsentscheidungen an und geht sogar soweit, zu prognostizieren, das ganze Wertschöpfungsketten geschwächt werden können, wenn sich die Rahmenbedingungen für die deutsche Wirtschaft nicht ändern und Unternehmen gezwungenermaßen ins Ausland abwandern müssen. "Eine Abwanderung der Industrie ins Ausland könnte zudem die angestrebte Dekarboniserung gefährden, da gerade Kupferwerkstoffe einen erhebliche Anteil an den dafür notwendigen erneuerbaren Energien ausmachen", ergänzt Michael Sander, Geschäftsführer des Kupferverbandes.

Eine aktuelle Konjunkturbefragung in der Kupferindustrie zeigt schon jetzt einen alarmierenden Zustand:der Auftragsmangel, der sich auch aus der gesamtwirtschaftlichen Situation der Abnehmerbranchen ergibt, sowie Investionshemmnisse führen zusammen mit den fehlenden Perspektiven zu einer großen Unsicherheit in der Branche. Rund 36 Prozent der befragten Unternehmen sind zur Zeit in Kurzarbeit, neun Prozent rechnen damit in den nächsten drei Monaten.

*IW-Kurzbericht Nr.76/2023, Anhaltende Schwächung energieintensiver Branchen, Hubertus Bardt/ Dennis Bakalis, 16.10.2023

Quelle: Kupferverband e.V. (ots)

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