Hongkonger Bürgerrechtler fordert von Deutschland mehr Härte gegenüber China
Archivmeldung vom 10.12.2019
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Freigeschaltet durch André OttAnlässlich des Internationalen Tages für Menschenrechte fordert der Bürgerrechtler und Mitbegründer der Protestbewegung in Hongkong, Wong Yik-Mo, die Bundesregierung zu einer härteren Haltung gegenüber China auf.
"Bundeskanzlerin Merkel muss gegenüber China viel konsequenter sein. Deutschland muss individuelle Sanktionen gegen diejenigen verhängen, die für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind", sagte Wong im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Dazu gehörten Einreisesperren oder das Einfrieren von Konten. Nach Meinung von Wong müsste auch Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam auf einer solchen Sanktionsliste stehen. "Und aus Deutschland darf endlich keine Überwachungstechnik mehr an China verkauft werden", betonte der Aktivist.
Weiter sagte Wong der "NOZ": "Bei jedem Kosmetikartikel achten die Deutschen darauf, ob bei der Herstellung Tierversuche eine Rolle gespielt haben. Aber mit China, einem Land, das Hongkong die Freiheit nimmt und Menschen in Lagern umerzieht, macht Deutschland Geschäfte ohne Skrupel. Das verstehe ich nicht. Wenn man sich so sehr um Tiere sorgt, warum sorgen sich die Deutschen nicht auch mehr um Menschen?"
Dass die Demonstranten in Hongkong mitunter selbst Gewalt anwenden, ist für Wong nicht verwunderlich: "Man muss das verstehen, die Menschen verteidigen sich. Wenn du siehst, dass die Polizisten 12-jährige Kinder festhalten, und du siehst die Angst in den Gesichtern - das ist herzzerreißend".
Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)