Behörden zerschlagen internationales Kinderpornonetzwerk

Nach Ermittlungen in Bayern haben die Sicherheitsbehörden in 31 Staaten ein internationales Kinderpornonetzwerk zerschlagen. Konkret gehe es um die Darknet-Plattform "Kidflix", teilten die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und des Bayerischen Landeskriminalamt am Mittwoch mit.
Die mit Unterstützung der Behörden in den Niederlanden und der Schweiz
geführten Ermittlungen richteten sich gegen die Betreiber sowie ca.
190.000 Nutzer der Plattform, die im Zeitraum von April 2022 bis jetzt
registriert waren. Durch die Ermittlungen gelang es, weltweit bislang
1.393 Tatverdächtige trotz der von ihnen versuchten Verschleierung ihrer
Identität ausfindig zu machen.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen
stand dabei vor allem die akribische Nachverfolgung der Bezahlwege über
Kryptowährungen, wobei es den Spezialisten des BLKA in mehreren Fällen
gelang, diese trotz der Verwendung von Mixing-Diensten und von besonders
auf Anonymität ausgelegten Kryptowährungen zu den Beschuldigten
zurückzuverfolgen. Insgesamt waren ca. 1,8 Millionen Nutzer weltweit im
Zeitraum von April 2022 bis jetzt zumindest zeitweise angemeldet.
In
Bayern wurden im Rahmen eines gemeinsamen Action-Days am 10. März 2025
neun Durchsuchungen bei neun Tatverdächtigen durchgeführt. Diese fanden
in Augsburg, München, Nürnberg und in den Landkreisen Landsberg am Lech,
Regen, Rosenheim, Oberallgäu, und Neumarkt i. d. Opf. statt. Insgesamt
hatten im gesamten Ermittlungskomplex zwölf Tatverdächtige ihren
Wohnsitz in Bayern.
In Deutschland fanden in 13 Bundesländern
(Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg,
Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland,
Sachsen und Thüringen) 96 Durchsuchungen statt. Insgesamt wird hier
gegen 103 Tatverdächtige ermittelt.
Von 10. bis 23. März 2025
beteiligten sich insgesamt 38 Staaten an der konzertierten Operation zur
Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern im Internet, die den
Aktionsnamen "OP Stream" führt. Im Rahmen der polizeilichen Maßnahmen
wurden elektronische Datenträger, Mobiltelefone und PCs sichergestellt.
Die Ermittlungen im Gesamtkomplex dauern an, da insbesondere die
Betreiber der Plattform bislang nicht identifiziert werden konnten.
Quelle: dts Nachrichtenagentur