Özdemir stoppt Wissenschaftskooperation mit Georgien

Bild: Eigenes Werk /OTT
Bundesbildungsminister Cem Özdemir (Grüne) hat die Kooperation seines Hauses mit dem georgischen Wissenschaftsministerium gestoppt. Das ergibt sich aus einem Brief an seinen Amtskollegen Aleksandre Tsuladze, über den die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" berichten. Er begründet das mit der "Abkehr vom europäischen Weg".
"Seit nunmehr über zwei Monaten demonstrieren die Menschen in Georgien
friedlich für ihre europäische Zukunft", schreibt Özdemir. Unter den
Protestierenden befänden sich auch zahlreiche Wissenschaftler, die für
die freie Wissenschaft und die europäische Integration eintreten. "Die
Freiheit der Wissenschaft muss geschützt werden." Dies sei auch die
Grundlage der bisherigen Kooperation beider Länder.
Er fährt dann
fort: "Die Entscheidung des georgischen Regierungschefs, den Prozess
des Beitritts zur Europäischen Union zu stoppen, und die zunehmende
Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit in Georgien stehen der Umsetzung
unserer Kooperationsziele jedoch entgegen. Ich habe mich daher
entschlossen, die anvisierten Kooperationsaktivitäten mit Ihrem
Ministerium bis auf Weiteres anzuhalten." Das gelte auch für bereits
vereinbarte bilaterale Fördermaßnahmen.
Der Grünen-Politiker will
ein vergleichbares Vorgehen dem Brief zufolge auch der Allianz der
deutschen Wissenschaftsorganisationen und seinen Amtskollegen in der EU
empfehlen. Denn eine freie Gesellschaft sei die Grundlage für
wissenschaftliches Arbeiten.
Quelle: dts Nachrichtenagentur