CDU-Außenpolitiker widersprechen Kretschmer bei Moskau-Sanktionen

Bild: Eigenes Werk /SB
Führende Außenpolitiker der CDU haben Forderungen des christdemokratischen Ministerpräsidenten von Sachsen, Michael Kretschmer, zurückgewiesen, über die Lockerungen der gegen Russland verhängten Sanktionen zu diskutieren.
Der für die Außenpolitik zuständige stellvertretende Vorsitzende der
Unionsfraktion im Bundestag, Johann Wadephul, sagte der "Frankfurter
Allgemeinen Zeitung" (Montagsausgabe), man habe das Sanktionsregime
gegenüber Russland gemeinsam mit den europäischen Partnern vereinbart
und es könne auch nur in diesem Rahmen modifiziert werden. "Deutsche
Alleingänge verbieten sich", so Wadephul. "Für eine Lockerung der
Sanktionen wäre ein verlässlicher Friedensprozess zwischen Russland und
der Ukraine eine Mindestvoraussetzung. Dafür gibt es bisher leider keine
Anhaltspunkte."
Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der
Unionsfraktion und Parteifreund Kretschmers, sagte der FAZ, der Kreml
thematisiere Sanktionen immer wieder, weil sie wirkten. "Es fällt Putin
immer schwerer, die negativen Folgen der aufgezwungenen
Kriegswirtschaft, verbunden mit hoher Inflation und sinkendem
Lebensstandard in Russland, vor der russischen Bevölkerung zu
verstecken." Der russische Präsident erhoffe sich "dringend
erforderliche politische Entlastung" durch Sanktionsaufhebungen. "Der
einzige Ausweg für Putin muss aber ein Ende des Kriegs sein. Genau dabei
helfen die Sanktionen."
Nachdem auch Bundeskanzler Olaf Scholz
(SPD) sich beim jüngsten Ukraine-Gipfel gegen eine Lockerung von
Sanktionen gegen Moskau ausgesprochen hatte, hatte Kretschmer diese
Haltung als "völlig aus der Zeit gefallen" bezeichnet und kritisiert,
dass in Deutschland über eine Lockerung der Sanktionen gar nicht erst
debattiert werde.
Quelle: dts Nachrichtenagentur