Özdemir: Normale Beziehungen mit der Türkei seiner Meinung nach derzeit nicht möglich
Archivmeldung vom 19.02.2018
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Freigeschaltet durch André OttDer ehemalige Grünen-Chef Cem Özdemir, dem seine türkische Staatsangehörigkeit aberkannt wurde, hält eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Berlin und Ankara für derzeit nicht möglich. Mit einem Land, welches Journalisten zu lebenslänglicher Haft verurteilt, "kann es keine normalen Beziehungen geben", sagte Özdemir am Montag im Deutschlandfunk. Er sei dem am Freitag aus türkischer Haft entlassenen Journalisten Deniz Yücel sehr dankbar, dass dieser auf das Schicksal der anderen Journalisten hingewiesen habe, die noch in Haft seien. "Man kann es gar nicht oft genug sagen.
Journalismus ist kein Verbrechen", so Özdemir. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) forderte Özdemir auf, dass sie dies "in genau dieser Klarheit auch sagen". Deutschland solle auch nicht so tun, als wäre man von der Türkei abhängig. "Man muss doch mal sich die Fundamentaldaten der türkischen Wirtschaft anschauen: Die Inflation, die Staatsverschuldung, den Rückgang der Investitionen, aber auch die außenpolitische Isolation", sagte Özdemir. Die zwei Partner der Türkei seien der Iran und Russland. "Das ist keine Partnerschaft auf Augenhöhe." Der ehemalige Grünen-Chef war bei der Münchener Sicherheitskonferenz unter Personenschutz gestellt worden. Er hatte später die türkische Delegation dafür verantwortlich gemacht.
Quelle: dts Nachrichtenagentur