Forsa: Deutsche bei Abgrenzung der anderen Fraktionen zur AfD gespalten

Bild: Unbekannt / Eigenes Werk
Eine knappe Mehrheit der Bundesbürger (54 Prozent) ist der Auffassung, dass die anderen Fraktionen sich in der parlamentarischen Arbeit klar von der AfD-Fraktion abgrenzen soll. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Sender RTL und ntv mit 1.015 Befragten.
43 Prozent dagegen sagen, man solle sie behandeln wie jede andere
Fraktion. Neben den AfD-Anhängern sind mehrheitlich nur Anhänger der FDP
und des BSW dieser Meinung.
Die Anhänger von SPD, Grünen und
Linke sprechen sich jeweils mit großer Mehrheit für eine klare
Abgrenzung gegen die AfD-Fraktion aus. Anhänger der Union sind in der
Frage gespalten.
Vor dem erstmaligen Einzug der AfD in den
Bundestag im September 2017 waren deutlich weniger für eine klare
Abgrenzung (31 Prozent), aber noch 63 Prozent der Meinung, die AfD solle
im Bundestag behandelt werden wie alle anderen Fraktionen.
58
Prozent der nun Befragten fänden es gut, wenn die AfD nicht mit einem
eigenen Vertreter im Bundestagspräsidium vertreten wäre. 33 Prozent
würden hingegen einen Bundestagsvizepräsidenten aus den Reihen der AfD
befürworten. Mehrheitlich sprachen sich die Anhänger von AfD, FDP und
BSW für eine solche Änderung aus.
Ein mögliches Verbot der AfD sehen die meisten Bürger skeptisch. 41 Prozent fänden ein Verbot gut, 52 Prozent hingegen nicht.
Bei
der Frage, ob die im Osten stärkste Partei auch im Westen an Zuspruch
gewinnen könnte, sind die Befragten gespalten. 44 Prozent der Bürger
glauben, dass es in einigen Jahren auch in Westdeutschland ähnliche
Ergebnisse geben könnte. 49 Prozent glauben das nicht. Vor allem glauben
das Befürworter von AfD und BSW, die Linke ist gespalten, während
Anhänger von Grünen, SPD, FDP und Union das Wahlergebnis der letzten
Bundestagwahl mehrheitlich noch nicht als Leitbild für den Westen sehen.
Eine
große Mehrheit von 69 Prozent der Bürger findet es richtig, dass alle
anderen Parteien eine Koalition mit der AfD auf Bundesebene
ausschließen. 28 Prozent halten das für nicht richtig, vor allem
AfD-Anhänger, sowie eine Mehrheit der BSW-Wähler. Die FDP-Befürworter
sind in dieser Frage gespalten. Auf Länderebene findet es ebenfalls eine
große Mehrheit von 63 Prozent richtig, keine Regierungskoalition mit
der AfD zu bilden. 33 Prozent halten das für falsch.
Datenbasis: 1.015 Befragte
Quelle: dts Nachrichtenagentur