DLRG warnt vor Überlebenstraining für Kleinkinder
Archivmeldung vom 05.04.2007
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Freigeschaltet durch Thorsten SchmittBabys und Kleinkinder sollen immer angstfrei an das Wasser herangeführt werden. Diese Position vertritt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) als größter Anbieter von Schwimmkursen in Deutschland.
"Babyschwimmkurse oder
Kleinkindausbildung, in denen Kinder unter sogenannten realistischen
Bedingungen in voller Bekleidung in das Schwimmbecken geworfen oder
gestoßen werden, um zu lernen, sich auf den Rücken zu drehen, und
damit dem Ertrinken vorzubeugen, lehnen wir ab", sagt Helmut Stöhr,
Leiter Ausbildung im Präsidium der DLRG.
Damit reagiert die DLRG auf Fernsehbeiträge, die in den
vergangenen Tagen über ein Überlebenstraining im Schwimmbad für Babys
und Kleinkinder berichteten, das aus den USA stammt und nun auch in
kommerziellen Babyschwimmkursen in Hessen angewandt wird.
"Schocktherapien dürfen nicht das pädagogische Prinzip für
Wassergewöhnung und Schwimmkurse sein. Wir können heute nicht
ausschließen, dass Kinder bei den Anfängerschwimmkursen mit vier oder
fünf Jahren mit diesen Erfahrungen traumatisch reagieren, oder aus
Angst das Schwimmen lernen ganz verweigern", kritisiert Helmut Stöhr
das Vorgehen.
Die DLRG bietet Babyschwimmen und Eltern-Kind-Kurse in den meisten ihrer 2.200 Gliederungen an. "Für diese Kurse gelten ganz besondere Bedingungen, beispielsweise eine deutlich höhere Wassertemperatur von mindestens 32 Grad Celsius. Wenn der kleine Mensch den Aufenthalt im Wasser als angenehm empfindet, wird er später eher ein positives Verhältnis zum Wasser und auch zum Schwimmen lernen entwickeln", sieht der Ausbildungsleiter die Vorteile in einer angstfreien Wassergewöhnung. Als Beispiele für erfolgreiche altersgerechte Unfallverhütung nennen die Lebensretter die DLRG-NIVEA Kindergartenprojekte, in denen Vorschulkinder auf spielerische Weise mit den Gefahren im und am Wasser vertraut gemacht werden und die Kursangebote "Schwimmen lernen mit NIVEA", die sich ebenfalls an Vorschulkinder wenden.
Quelle: Pressemitteilung DLRG