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Gender Education Gap: Hochschulreife erwerben zu 55 % Frauen, den Ersten Schulabschluss zu 59 % Männer

Freigeschaltet am 03.04.2025 um 08:06 durch Mary Smith
Statistisches Bundesamt — Destatis/StBA —
Statistisches Bundesamt — Destatis/StBA —

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

In Sachen schulischer und beruflicher Bildung schneiden junge Frauen oft besser ab als junge Männer. Was unter dem Schlagwort Gender Education Gap diskutiert wird, zeigt sich unter anderem in Schul- und Hochschulabschlüssen. Im Abgangsjahr 2023 waren unter den 259 200 Absolvierenden mit Allgemeiner Hochschulreife an allgemeinbildenden Schulen 55 % Frauen und 45 % Männer, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt.

Je geringer der formale Schulabschluss, desto stärker kehrt sich das Geschlechterverhältnis um und junge Männer sind in der Mehrheit: Unter den 130 300 Absolvierenden mit Erstem Schulabschluss waren 59 % Männer und nur 41 % Frauen. Der Erste Schulabschluss ist ein allgemeinbildender Abschluss der Sekundarstufe I, der üblicherweise am Ende der 9. Klasse erworben werden kann. Einen Mittleren Schulabschluss machten ebenfalls mehr junge Männer (51 %) als junge Frauen (49 %). Rund 336 400 Absolvierende gingen 2023 mit einem Mittleren Schulabschluss, der üblicherweise am Ende der 10. Klasse in der Sekundarstufe I erworben werden kann, von allgemeinbildenden Schulen ab.

Jungen und junge Männer wiederholen öfter die Klasse als Mädchen und junge Frauen

Auch bei den Wiederholungsquoten zeigt sich ein Unterschied zwischen den Geschlechtern. Im Schuljahr 2023/2024 wiederholten 147 100 Schülerinnen und Schüler eine Klassenstufe, 56 % waren männlich und 44 % weiblich.

Junge Männer häufiger nicht in Schul-, Aus- oder Weiterbildung

Junge Männer neigen eher dazu, vergleichsweise früh von der Schule abzugehen und auch im Anschluss nicht nahtlos in eine Aus- oder Weiterbildung zu starten. Im Jahr 2023 hatten gut 15 % der Männer im Alter von 18 bis 24 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung maximal einen Ersten oder Mittleren Schulabschluss und waren nicht in Aus- oder Weiterbildung. Unter Frauen im selben Alter traf das auf rund 11 % zu. Die Diskrepanz zwischen den Geschlechtern ist in den letzten Jahren größer geworden: Zehn Jahre zuvor hatte der Anteil unter Frauen bei gut 9 % und unter Männern bei gut 10 % gelegen. Im selben Zeitraum ist der Anteil der ausländischen Bevölkerung in dieser Altersgruppe von 10 % auf knapp 18 % gestiegen. Davon hatte im Jahr 2023 mehr als ein Drittel (34 %) der Männer keine abgeschlossene Berufsausbildung, maximal einen Ersten oder Mittleren Schulabschluss und war nicht in Aus- oder Weiterbildung. Zehn Jahre zuvor traf dies noch auf 23 % der ausländischen Männer in dieser Altersgruppe zu. Unter den ausländischen Frauen in der Altersgruppe ist der Anteil im selben Zeitraum von 23 % auf 26 % und somit moderater gestiegen.

Frauen unter Hochschulabsolvierenden in der Mehrheit - Verhältnis dreht sich bei Promotionen zugunsten der Männer

Ähnlich wie bei der Allgemeinen Hochschulreife sind Frauen auch unter den Absolvierenden an Hochschulen insgesamt in der Mehrheit. 53 % der insgesamt 501 900 Hochschulabschlüsse im Prüfungsjahr 2023 machten Frauen, 47 % aller Absolvierenden waren Männer. Dass mehr Frauen als Männer ein Studium abschließen, trifft jedoch nicht auf alle Arten von Studienabschlüssen zu. Bei den Promotionen sind mit 54 % die Männer in der Mehrheit. Dagegen liegen die Frauen sowohl bei den Bachelorabschlüssen (53 %) als auch bei den Masterabschlüssen (51 %) vorn. Der höchste Frauenanteil ergibt sich bei den sonstigen universitären Abschlüssen (ohne Bachelor und Master) mit 64 %. Hierunter fallen vor allem die Staatsexamensprüfungen in Medizin, im Lehramt und in Rechtswissenschaften.

Auch in den einzelnen Fächergruppen sind Frauen unter den Absolvierenden meist stärker vertreten als Männer - mit Ausnahme der Ingenieurwissenschaften (74 % Männer) und des Sports (54 % Männer). Einen besonders großen Teil der Absolvierenden machten Frauen 2023 in den Geisteswissenschaften (74 %) und in der Fächergruppe Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften (69 %) aus. Aber auch in den stärker belegten Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (60 %) oder in den Naturwissenschaften einschließlich Mathematik (53 %) waren Frauen unter den Absolvierenden in der Mehrheit.

Männer fallen häufiger durch ihr Studium und machen ihren ersten Abschluss später

Knapp zwei Drittel (66 %) der endgültig nicht bestandenen Prüfungen an Hochschulen im Jahr 2023 wurden von Männern abgelegt und ein Drittel (34 %) von Frauen. Der Anteil der endgültig nicht bestandenen Prüfungen an allen Abschlussprüfungen war damit unter Männern (5,3 %) mehr als doppelt so hoch wie unter Frauen (2,5 %). Neben 501 900 bestandenen gab es gut 20 100 endgültig nicht bestandene Prüfungen an Hochschulen im Jahr 2023. Zudem waren Männer 2023 im Mittel (Median) mit 23,9 Jahren beim Abschluss ihres Erststudiums ein halbes Jahr älter und brauchten mit 8,6 Semestern knapp ein Semester länger als Frauen, die ihren ersten Studienabschluss bereits mit 23,4 Jahren bzw. nach 7,9 Semestern in der Tasche hatten.

Quelle: Statistisches Bundesamt (ots)

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