40 Jahre Warten auf Gerechtigkeit
Archivmeldung vom 21.01.2005
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Freigeschaltet durch Michael DahlkeIhr Leben lang hat Carolyn Goodman dafür gekämpft, dass der Ku-Klux-Klan-Mord an ihrem Sohn gesühnt wird. Doch erst jetzt, nach über 40 Jahren, hat sie einen Hoffnungsschimmer: Der Fall, Vorlage für den Hollywood-Film "Mississippi Burning", wird neu aufgerollt.
New York - "Eins sage ich Ihnen", murmelt die 89-jährige Goodman. "Es war nicht leicht." Sie sagt das nach kurzem Zögern, als falle es ihr immer noch schwer, darüber zu reden. "Lange sah ich keinen Grund mehr zum Leben. Ich dachte, das war's also, das ist mein Ende. So viel Verlust. So viele, die ich liebte, nicht mehr da. So viel Schmerz. Ich wollte nicht mehr."
Doch Carolyn Goodmans Fassung bröckelt nur einen Wimpernschlag lang. "Und als nächstes", fährt die Frau mit dem hell getönten Kurzhaar fort, ihre Stimme wieder fest und klar, "dachte ich mir, ach was, wovon redest du?" Und damit habe sie nach vorne geblickt, bis heute. "Irgendwie ging's einfach weiter."