Dietmar Hopp: Finanzielle Unterstützung braucht die TSG Hoffenheim sicher noch drei Jahre
Archivmeldung vom 28.01.2011
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Freigeschaltet durch Thorsten SchmittDietmar Hopp plant seinen Rückzug beim Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim. "So lange ich lebe, stehe ich zur Verfügung. Finanzielle Unterstützung braucht die TSG sicher noch drei Jahre. Aber irgendwann muss das zu Ende sein, dabei ist mein Ziel die Saison 2014/15", erklärte der 70-jährige Finanzier des Bundesligisten in einem Interview mit den in Essen erscheinenden Zeitungen der WAZ-Mediengruppe: "Ich habe die Investitionsphase gestemmt, das Ergebnis ist ein funktionierender Bundesligaklub mit mehr Anhängern, als viele in den so genannten Traditionsvereinen wahrhaben wollen. Aber das muss es dann auch mal gewesen sein."
Zur Trennung von Trainer Ralf Rangnick, die zum Jahreswechsel für Turbulenzen gesorgt hatte, erklärte Hopp: "Als wir mit den Bayern wegen Luiz Gustavo einig waren, war Ralf Rangnick schon nicht mehr Trainer. Die Trennung hatte mit dem Transfer nichts zu tun, es gab ganz andere Gründe dafür. Aber Ralf Rangnick und ich sind uns einig, das nicht in die Öffentlichkeit zu tragen." Der Vorwurf, den Verkauf von Luiz Gustavo im Verstoß gegen die 50+1-Regel ohne Wissen des Trainers durchgesetzt zu haben, belastet Hopp bis heute: "Dieses Stigma, ich hätte hinter dem Rücken Rangnicks einen Transfer eingefädelt und dabei mutwillig den Trainer entsorgt, wird haften bleiben. Ich kann zwar damit leben, weil ich weiß, es war nicht so. Aber so etwas bleibt ja auch am Verein hängen."
Die Irritationen, die sein geplanter finanzieller Rückzug bei der TSG Hoffenheim ausgelöst hat, kann Hopp nicht nachvollziehen: "Man muss doch akzeptieren, dass ich längerfristig denke und plane. Ich bin 70 Jahre alt, ich kann meinen Erben keinen Verein hinterlassen, der ein Fass ohne Boden ist. Es war noch nie mein Ding, zu sagen: Nach mir die Sintflut. Das wäre unverantwortlich. Jetzt kümmere ich mich intensiv darum, dass die TSG von mir unabhängig wird. Und das sorgt auch für Irritationen? Manchmal ist das alles schwer zu verstehen."
Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung