Juli-Chefin will weniger Fokus auf Einzelperson in FDP

Foto: Superbass
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.
Die Vorsitzende der Jungen Liberalen, Franziska Brandmann, spricht sich mit Blick auf die FDP-Führung gegen das Modell unter Noch-Parteichef Christian Lindner aus und warnt vor Flügelkämpfen in der Partei. Brandmann sagte dem "Tagesspiegel": "Ich bin der Meinung, dass wir eine Neuaufstellung brauchen, die nicht nur alles auf eine Einzelperson konzentriert, sondern ein Team in den Vordergrund stellt." Auch über eine Doppelspitze müsse gesprochen werden.
Sie selbst wolle nicht für den Parteivorsitz kandidieren, erklärte
Brandmann. Nachdem sich die Präsidiumsmitglieder Wolfgang Kubicki und
Marie-Agnes Strack-Zimmermann dafür offen gezeigt hatten, sagte
Brandmann, jetzt sei nicht der richtige Zeitpunkt für eine solche
Debatte. "Wir haben gerade den Einzug in den Deutschen Bundestag
verpasst, und es war noch nicht einmal knapp. Der Knall, der von dieser
Ohrfeige ausgeht, ist noch nicht verhallt."
"In dieser Situation
voreilig Personaldebatten zu führen, halte ich für falsch. Natürlich
sollten verdiente Politiker wie Wolfgang Kubicki oder Marie-Agnes
Strack-Zimmermann ihre Erfahrung einbringen. Aber zuerst brauchen wir
eine ehrliche Analyse der Fehler. Erst danach sollten wir über Personal
sprechen."
Die Juli-Vorsitzende warnte zudem vor internem Streit:
"Das wäre ein fataler Fehler. Gerade jetzt, wo die AfD und die Linke
jeweils 20 Prozent der jungen Erstwähler gewinnen, sollten wir nicht
vermeintlich Linke und vermeintlich Rechte in der eigenen Partei
bekämpfen, sondern tatsächlich Linke und Rechte außerhalb." Brandmann
warnte: "In der außerparlamentarischen Opposition können wir auf keinen
Liberalen verzichten. Jetzt gerade ist nicht die Zeit für irgendwelche
Flügelkämpfe, es ist Zeit, sich auf das zu besinnen, was uns eint,
nämlich unseren liberalen Kern."
Quelle: dts Nachrichtenagentur