Alle Kinder brauchen gleiche Chancen!
Archivmeldung vom 24.02.2006
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Freigeschaltet durch Jens BrehlDer Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH) unterstützt Forderung des UN-Sonderbeauftragten für Menschenrechte und Chancengleichheit Munoz nach bundeseinheitlichen Standards im Bildungssystem.
Im Anschluss seines zehntägigen vor Ort Besuchs in
Kindertageseinrichtungen, Schulen und Betreuungsangeboten hat der
UN-Sonderbeauftragten für Menschenrechte und Chancengleichheit,
Vernor Munoz, die Zersplitterung der Bildungspolitik unter den
deutschen Bundesländern kritisiert. Anlass seiner Reise war die Frage
der Umsetzung des Rechts auf Bildung und der Wahrung der Chancen für
junge Menschen im deutschen Bildungswesen. Die
Pisa-Bildungsvergleiche hatten für Deutschland einen
überdurchschnittlich starken Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft
und Bildungserfolg ergeben.
Wir teilen die Kritik des UN-Beauftragten im Grundsatz, so Michael Böwer, Beauftragter des Deutschen Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH) für die Rechte des Kindes nach der UN- Kinderrechtskonvention. Aus Sicht des DBSH brauche es klare und einheitliche bundespolitische Standards, die jedem Kind gleiche Chancen einräumten, durch Bildung und Erziehung an der Gesellschaft teilzuhaben. Dies müsse, so Böwer, unbeachtlich der sozialen Herkunft und des Ortes oder Bundeslandes gelten, in dem es lebe. Gegenwärtig, so beobachte es der DBSH gemeinsam mit vielen Experten in Forschung und Praxis, sei ein Trend zu beobachten, Bildung und Erziehung nach Kassenlage der öffentlichen Haushalte zu machen und bundesweit geltende Standards abzuschmelzen. "Dies geht so nicht weiter", meint Böwer und unterstreicht: "Alle Kinder haben das gleiche Recht, die bestmöglichsten Hilfen zu erhalten, die es für sie gibt! Ihre Chancen zu wahren, wie es die UN-Konvention für die Rechte der Kinder gebietet, dazu bedarf es einer Umkehr von frühen Entscheidungen über die Bildungslaufbahn hin zu mehr Durchlässigkeit, einer Reform von Schule ebenso wie mehr Bemühen, klare Vorgaben und einer politischen Debatte um bessere Chancen für Kinder und Jugendliche in allererster politischer Reihe!"
Quelle: Pressemitteilung Deutscher Berufverband für Soziale Arbeit