Corona-Krise: Linke kritisieren Informationspolitik des Robert-Koch-Instituts
Archivmeldung vom 11.05.2020
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.05.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.
Freigeschaltet durch André OttDie Linken im Bundestag kritisieren scharf die Entscheidung des Robert-Koch-Instituts (RKI), seine regelmäßigen Pressekonferenzen zur Corona-Pandemie einzustellen.
Fraktionschef Dietmar Bartsch sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Die Entscheidung des RKI setzt ein falsches Signal. Wir sind in einer gefährlichen Phase des Übergangs. Über die Auswirkungen der jetzt beschlossenen Lockerungen müssen Bevölkerung und Medien regelmäßig umfassend von der Bundesebene unterrichtet werden, auch per Pressekonferenz." Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollte nach den Worten von Bartsch veranlassen, dass die Entscheidung korrigiert wird. "Ansonsten sollte er selbst Bevölkerung und Medien zweimal in der Woche über das Infektionsgeschehen informieren", forderte der Linken-Politiker.
RKI-Vizepräsident Lars Schaade hatte die Entscheidung des Instituts vergangene Woche damit begründet, dass die Fallzahlen glücklicherweise seit längerer Zeit zurückgingen. Er kündigte an, man wolle die Briefings künftig anlassbezogen veranstalten. Auch würden per Verteiler und auf der RKI-Webseite weiterhin Informationen bereitgestellt. Das RKI, das dem Bundesgesundheitsministerium untersteht, hatte sich zunächst täglich den Fragen von Medienvertretern gestellt. Zuletzt fanden die Briefings zweimal pro Woche statt.
Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)