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Terrorismusexperte Neumann warnt vor Anschlägen des IS in Deutschland

Archivmeldung vom 30.10.2023

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.10.2023 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Soldat der Vereinigten Staaten von Amerika (VSA/USA) mit Flagge des IS
Soldat der Vereinigten Staaten von Amerika (VSA/USA) mit Flagge des IS

By U.S. Army - http://archive.is/lNIJe, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=50927335

Der Terrorismusexperte Peter Neumann sieht wegen des Kriegs in Nahost ein deutlich gestiegenes Risiko von Anschlägen in Deutschland. "Seit 2015/16 haben wir keine so große Bedrohung mehr gehabt", sagte Neumann dem "Stern".

Der Professor für Sicherheitsstudien am Londoner King`s College warnt insbesondere vor Dschihadisten, die in den 2010er-Jahren aktiv waren und typischerweise den sogenannten Islamischen Staat (IS) unterstützt haben. Sie hätten jetzt ein neues Thema gefunden. "Die `alten Terroristen` werden zum Teil wieder aktiviert", sagte Neumann. Der IS versuche aus der aktuellen Situation in Israel und dem Gazastreifen Kapital zu schlagen. 

"In der ersten Woche nach dem Hamas-Angriff hat sich der IS nicht geäußert. Als seine Anführer dann gesehen haben, dass der Hamas-Terror eine weltweite Mobilisierung auslöst, sind sie auf den fahrenden Zug gesprungen und haben Statements veröffentlicht, die zum Terror gegen Israel und Juden aufrufen", sagte Neumann. Hinzu komme, dass sich in der gegenwärtigen Situation neue Personen radikalisierten. Für einige sei der 7. Oktober ein "trigger event" gewesen, sagte Neumann: "Ein Auslöser, durch den sie jetzt emotional aufgestachelt sind und sagen: Wir müssen etwas tun." Für eine Radikalisierung in den Terrorismus brauche es unter anderem Netzwerke, in denen die Ideologie propagiert wird und in denen sich Leute gegenseitig anstacheln. "Diese Netzwerke, so glaube ich, bilden sich im Moment auf den Straßen und im Internet", sagte Neumann. Das könne dazu führen, "dass einige Personen entweder auf eigene Faust oder gemeinsam mit anderen zur Tat schreiten".

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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