CDU-Arbeitnehmerflügel sieht sinkende Umfragewerte mit Sorge
Der Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels, Dennis Radtke, hat sich besorgt darüber geäußert, dass der Abstand der Unionsparteien zur AfD in Umfragen immer kleiner wird. "Die aktuelle Entwicklung ist mindestens hoch problematisch und gefährlich", sagte Radtke dem "Handelsblatt".
Als Konsequenz fordert der Europaabgeordnete eine "ehrliche Analyse" des
Bundestagswahlergebnisses und der Wahlkampfstrategie sowie eine "klare
Kommunikation und Geschlossenheit".
"Wir müssen selbstbewusst
erklären, warum wir tun, was wir tun", sagte Radtke. Etwa, dass man in
die Verteidigung des Landes investieren müsse, auch, um zu "verhindern,
dass unsere Kinder einmal Russisch lernen müssen". Daneben gehe es
darum, Wirtschaft und Infrastruktur wieder flottzumachen. "Jetzt ist
nicht die Stunde der reinen Lehre, sondern jetzt ist pragmatisches
christdemokratisches Handeln gefragt", so Radtke. "Wir müssen Friedrich
Merz den Rücken stärken und nicht den Eindruck erwecken, als hätte die
CDU eine absolute Mehrheit errungen und wir würden gerade ohne Not
unsere Seele verkaufen."
Die Bundesvorsitzende der Mittelstands-
und Wirtschaftsunion, Gitta Connemann (CDU), sagte dem "Handelsblatt":
"Fundament und Kompass für uns muss das Wahlergebnis sein." Die Mehrheit
habe bei der Bundestagswahl am 23. Februar ein "Weiter-So" abgewählt.
Die Union stehe für einen Politikwechsel, könne sich aber erst in der
Regierung beweisen. "Die Unkenrufe schon vor Abschluss der
Koalitionsverhandlungen bringen niemanden weiter, am wenigsten das
Land", sagte die CDU-Politikerin.
Quelle: dts Nachrichtenagentur