DGB warnt vor Arbeitszeitreform von Union und SPD

Bild: Unbekannt / Eigenes Werk
Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Yasmin Fahimi, warnt vor den Plänen von Union und SPD, deutlich längere Arbeitstage für Beschäftigte möglich zu machen. "Das Arbeitszeitgesetz ist keine politische Verhandlungsmasse", sagte Fahimi den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
"Es ist ein Schutzgesetz, das Erholung und Gesundheit sichert, und fußt
auf arbeitsmedizinischen Erkenntnissen." Bereits in zu vielen Branchen
kämen Beschäftigte längst an ihre Belastungsgrenze, sagte die
DGB-Chefin. "Dort droht ein Kollaps mit einer weiteren beliebigen
Ausweitung der Arbeitszeiten."
Hintergrund sind Pläne von CDU,
CSU und SPD, statt einer täglichen Begrenzung die Möglichkeit einer
wöchentlichen Höchstarbeitszeit zu schaffen. "Aktuell erlaubt das
Arbeitszeitgesetz bereits bis zu zehn Stunden Arbeit täglich an sechs
Werktagen, also 60 Stunden pro Woche - und das soll nicht reichen?",
sagte Fahimi dazu. Sie befürchtet Nachteile für Beschäftigte: "Wäre nur
die tägliche Ruhezeit von 11 Stunden gesichert, riskieren wir
regelmäßige 13-Stunden-Schichten als neuen Standard."
Auch
steuerfreien Zuschlägen für Mehrarbeit stehen die Gewerkschaften
zurückhaltend gegenüber. Das gefährde die flexiblen
Jahresarbeitszeitkonten, die es in vielen Firmen gebe, sage Fahimi den
Funke-Zeitungen. "Wenn die Politik meint, es müssten mehr Überstunden
geleistet werden und zur Auszahlung kommen, sollte sie als erstes eine
klare Erfassung der Arbeitszeiten festlegen, damit nicht noch mehr
umsonst gearbeitet wird." Im Übrigen würden Teilzeitkräfte, und damit
zumeist Frauen, mit einer solchen Regelung diskriminiert.
Quelle: dts Nachrichtenagentur