Scholz stellt Antrag auf Vertrauensfrage
Archivmeldung vom 11.12.2024
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Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Lizenz: CC BY 4.0
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Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat beim Bundestag offiziell die Stellung der Vertrauensfrage beantragt. Der Kanzler habe am Vormittag in seinem Büro den schriftlichen Antrag gemäß Artikel 68 Grundgesetz unterzeichnet, teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Mittwochnachmittag mit.
Das Schreiben sei demnach im Anschluss von einem Beschäftigten des
Bundeskanzleramts dem Büro von Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD)
überbracht worden. Der Bundestag werde den Antrag "zeitnah" auf seiner
Homepage veröffentlichen, so Hebestreit.
Scholz beabsichtigt dem
Schreiben zufolge, vor der Abstimmung eine Erklärung abzugeben. Die
Debatte über die Vertrauensfrage im Bundestag ist für Montag ab 13 Uhr
vorgesehen. Sollte der Antrag von Scholz wie erwartet keine Mehrheit
finden, kann der Bundespräsident auf Vorschlag des Bundeskanzlers den
Bundestag binnen 21 Tagen auflösen.
Das Recht zur Auflösung würde
zwar erlöschen, sobald der Bundestag mit der Mehrheit seiner Mitglieder
einen anderen Bundeskanzler wählt, aber alle Beteiligten haben sich
bereits auf einen Neuwahltermin am 23. Februar geeinigt. Eine
Verweigerung der Auflösung des Parlaments durch Steinmeier gilt als
ausgeschlossen.
Bisher wurde in der Geschichte der Bundesrepublik
fünfmal die Vertrauensfrage gestellt, jeweils einmal durch Willy Brandt
(1972), Helmut Schmidt (1982) und Helmut Kohl (1982) sowie zweimal
durch Gerhard Schröder (2001 und 2005). In drei Fällen - bei Brand, Kohl
und einmal bei Schröder - handelte es sich um eine "unechte
Vertrauensfrage", bei der die Niederlage bewusst herbeigeführt wurde.
Quelle: dts Nachrichtenagentur