Lindner peilt sieben Prozent an
Trotz schlechter Umfragewerte um die vier Prozent rechnet der FDP-Vorsitzende Christian Lindner bei der Bundestagswahl nach eigenen Angaben mit einem Wahlergebnis um die sieben Prozent. "Bei Umfragen gibt es eine Messtoleranz von drei Prozentpunkten", sagte der FDP-Chef der "Bild-Zeitung". Die vier Prozent könnten also "in Wahrheit eine Sieben sein", so Lindner.
Tatsächlich weisen Statistiker immer wieder darauf hin, dass die
Ergebnisse von Zufallsstichproben umso weniger schwanken, je weiter sie
sich von 50 Prozent in die eine oder in die andere Richtung entfernen -
bei kleinen Parteien ist die Schwankung also wesentlich geringer als bei
großen Parteien.
Ungeachtet dessen geht Lindner davon aus, dass
Schwarz-Grün keine eigene Mehrheit bekäme, wenn die FDP den Sprung in
den Bundestag schafft. Dann sei die wahrscheinlichste Konstellation eine
sogenannte "Deutschlandkoalition" aus Union, SPD und FDP.
Dass
CDU-Chef Friedrich Merz und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Wahlduell
am Sonntag die FDP schon abgeschrieben haben, stört Lindner nicht. "Sie
sind Wettbewerber im Wahlkampf, da macht jeder für sich selbst Politik
und keiner für den anderen." Außerdem bewerbe er sich nicht bei
Friedrich Merz um einen Job, sondern bei den Bürgern, sagte Lindner der
"Bild".
Der FDP-Chef hält es für falsch, dass Merz um FDP-Stimmen
stärker als um AfD-Stimmen wirbt. "Anstatt zu gucken, ob er bei uns 0,5
Prozentpunkte holen kann, wäre es besser, er würde fünf Prozentpunkte
bei der AfD holen", sagte Lindner. Sein persönliches Verhältnis zum
Kanzlerkandidaten der Union sei "sportlich".
Quelle: dts Nachrichtenagentur