Schweitzer will personelle Veränderungen an SPD-Spitze
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweizer (SPD) drängt auf personelle Veränderungen in der SPD-Führung. Nach dem schlechten Ergebnis bei der Bundestagswahl sei nicht nur eine programmatische Veränderung der Partei wichtig. "Wir müssen auch neue Personen nach vorne stellen", sagte Schweitzer, der auch SPD-Präsidiumsmitglied ist, in einem Interview mit dem "Spiegel". "Wir brauchen Identifikationsfiguren."
Eine der Personen, auf die Schweitzer bei der Neuaufstellung der Partei
setzt, ist Boris Pistorius, der amtierende Verteidigungsminister. "Boris
Pistorius ist seit vielen Monaten der anerkannteste Sozialdemokrat",
sagte Schweitzer. "Es wäre skurril, wenn wir auf ihn verzichten würden."
Die
kommenden Wochen seien "entscheidend für Deutschland", so Schweitzer.
Deshalb müsse die SPD wichtige Weichen stellen. "Perspektivisch kann
nicht alles beim Alten bleiben. Das würde womöglich die nächste
Niederlage provozieren."
Zu der künftigen Rolle der
Parteivorsitzende Saskia Esken äußerte sich Schweitzer zurückhaltend.
"Das ist zunächst einmal ihre Entscheidung." Allerdings pochte der
rheinland-pfälzische Regierungschef auf eine prägende Rolle führender
SPD-Landespolitiker bei inhaltlichen und personellen Entscheidungen der
Parteispitze. Eine Neuaufstellung werde nicht ohne die Länder und die
Ministerpräsidenten auskommen, sagte er. Deren Regierungserfahrung und
Anerkennung bei den Menschen nicht zu nutzen, wäre "falsch und
kurzsichtig", sagte Schweitzer.
Quelle: dts Nachrichtenagentur