Unions-Haushälter offen für höheres Bundeswehr-Sondervermögen
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Die Unionsfraktion ist nach den Worten ihres Chef-Haushälters Christian Haase (CDU) offen für die Einführung eines neuen Bundeswehr-Sondervermögens oder auch für die deutliche Aufstockung des bestehenden 100-Milliarden-Vermögens im Grundgesetz. "In der Unionsfraktion gibt es grundsätzlich die Bereitschaft für ein neues oder ein deutlich höheres Bundeswehr-Sondervermögen", sagte Haase der "Rheinischen Post".
Durch die neue US-Administration hätten sich die sicherheitspolitischen
Koordinaten für Deutschland und Europa komplett geändert. "Wir müssen
uns schneller selbst verteidigen können. Deshalb könnte es Sinn machen,
das Sondervermögen kurzfristig noch mit der Zweidrittelmehrheit des
alten Bundestags zu beschließen. Wenn wir diesen Weg gehen wollen,
müssen wir uns zeitnah mit SPD, FDP und Grünen einigen", sagte der
haushaltspolitische Sprecher der Fraktion.
Die Union sei aber
nicht bereit, für die Zustimmung von SPD und Grünen einen politischen
Preis zu bezahlen. "Wir würden damit genau das erfüllen, was
SPD-Verteidigungsminister Boris Pistorius immer gefordert hat. Deshalb
halte ich Gerüchte über einen politischen Preis für verfehlt", so Haase.
"Auch für die Grünen ist die Steigerung der Verteidigungsfähigkeit ein
Herzensanliegen. Wenn sie jetzt Bedingungen stellen wollen für ihre
Zustimmung, sollten sie sich selbst fragen, wie ernsthaft sie ihre
Positionen vertreten", sagte der CDU-Politiker.
Eine von den
Grünen als Bedingung geforderte Reform der Schuldenbremse lehnte Haase
ab. "Wir wollen im Augenblick nicht über eine Reform der Schuldenbremse
reden. Denn wir brauchen erst mal einen Kassensturz", so Haase. "Dazu
benötigen wir aktuelle Zahlen aus dem Bundesfinanzministerium. Der
Kassensturz bestimmt dann den Finanzrahmen für die nächsten Jahre."
Quelle: dts Nachrichtenagentur