CDA warnt Union vor Schlechtreden von Verhandlungsergebnissen
Der Chef der CDU-Arbeitnehmervereinigung CDA, Dennis Radtke, hat die Union davor gewarnt, das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen schlechtzureden. "Wir brauchen keine Untergangsstimmung, sondern Geschlossenheit und Unterstützung für unseren Vorsitzenden", sagte der CDA-Vorsitzende den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
"Die CDU muss aufhören, sozialpolitische Verbesserungen als
Zugeständnisse an die SPD zu sehen, wir müssen sie selbstbewusst
vertreten."
Der Kern der CDU sei "nicht die Schuldenbremse",
erklärte Radtke. "Dass ausgerechnet die in der Union, die Friedrich Merz
geradezu messianische Fähigkeiten zugesprochen haben, nun enttäuscht
sind, dass er nicht über das Wasser gehen kann, aber stattdessen beherzt
Realpolitik betreibt, finde ich fatal."
Merz sei vor der Wahl
"nicht unehrlich" gewesen. "Aber er muss jetzt deutlich sagen, warum wir
das machen. Wir müssen viel Geld bewegen, damit unser Land sicher ist
und unsere Kinder nicht Russisch lernen müssen", sagte der
Europaabgeordnete. "Wir müssen auch in Infrastruktur investieren, weil
die letzten 30 Jahre, auch unter der CDU, da zu vieles verschleppt
wurde."
Der CDA-Chef sprach von einem Endspiel um Freiheit und
Wohlstand. "Wir erleben mehr als eine Zeitenwende. Wir erleben einen
Epochenbruch", sagte er. "Unsere Antwort kann nicht das kleine Karo
sein." Der Koalitionsvertrag dürfe kein "Flickenteppich aus
Lieblingsprojekten" werden.
Radtke warnte vor einer schnellen
Abschaffung des Solidaritätszuschlags. Dies sei "nicht das dringlichste
Projekt der nächsten Regierung", sagte er. "Der Staat kann auf die
Einnahmen aus dem Soli im Moment nicht verzichten."
Die
beschlossene Ausweitung der Mütterrente halte er für falsch. "Das sind
Effekte, die an vielen Stellen einfach verpuffen werden", kritisierte
Radtke. "Wenn man Bedürftigen wirklich helfen will, dann müsste man das
Geld zielgenau einsetzen."
Quelle: dts Nachrichtenagentur