Unternehmenssteuerreform verursacht pro Jahr zusätzliche Bürokratiekosten von 180 Millionen Euro
Archivmeldung vom 23.03.2007
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Freigeschaltet durch Jens BrehlDer Normenkontrollrat der Bundesregierung zum Abbau von Bürokratie hat die Unternehmenssteuerreform von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) scharf gerügt.
Wie die "Saarbrücker Zeitung" (Samstagausgabe)
berichtet, habe die Überprüfung der Reform ergeben, dass den
Unternehmen zusätzliche Bürokratiekosten von jährlich 180 Millionen
Euro entstehen. Finanzminister Steinbrück sei aufgefordert worden,
"nach Alternativen" zu suchen.
Hintergrund der millionenschweren Kostenexplosion sind 40 neue Informationspflichten, die mit der Reform verbunden sind. Vor allem aber führten die veränderten Regelungen zur steuerlichen Absetzbarkeit von geringfügigen Wirtschaftsgütern zu einer massiven, bürokratischen Belastung der Wirtschaft, berichtet das Blatt.
Der Vorsitzende des Normenkontrollrates, Johannes Ludewig,
bestätigte der Zeitung das Ergebnis der Prüfung. "Wir gehen davon
aus, dass das noch einige Diskussionen nach sich ziehen wird", so
Ludewig. Noch habe sich die Bundesregierung die Rüge nicht zueigen
gemacht. Zusätzliche Bürokratiekosten von jährlich 180 Millionen Euro
"sollten jedoch ein Anlass sein, darüber nachzudenken, ob man das so
machen will".
Quelle: Pressemitteilung Saarbrücker Zeitung