Güler will Plätze für Migranten im Kabinett
CDU-Bundesvorstandsmitglied Serap Güler fordert Plätze für Migranten im Kabinett von Friedrich Merz. "Wir müssen es schaffen, dass uns gerade als konservative Partei mehr Menschen mit Migrationsgeschichte repräsentieren", sagte Güler dem "Stern". Das gelte auch für die nächste Bundesregierung.
Sie sei zwar immer gegen Quoten gewesen, habe aber bei der Frauenquote
ihre Meinung ändern müssen. "Als junge Frau habe ich Ursula von der
Leyen belächelt, wenn sie mit der 'gläsernen Decke' ankam. Irgendwann
habe ich gemerkt: Oh, sie hat ja recht." Deshalb habe sie 2022 für die
Frauenquote in ihrer Partei gestimmt. "Ich hoffe sehr, dass ich nicht
dieselbe Erfahrung beim Thema Migration machen muss, wie das bei der
Frauenquote der Fall war."
Güler ist die erste türkeistämmige
Bundestagsabgeordnete ihrer Partei. Zur geringen Migrantenquote in der
neuen Bundestagsfraktion sagte sie: "Als ich 2009 der CDU beitrat, gab
es im Landesverband Nordrhein-Westfalen vielleicht eine Handvoll
Menschen mit Migrationsgeschichte." Das verändere sich langsam, aber es
reiche noch lange nicht. "Es geht bei uns nicht so schnell wie bei den
Grünen", gibt Güler zu.
Auch sie selbst hatte mit Vorurteilen in
der Partei zu kämpfen. Sie schildert eine Szene aus ihrem ersten
Wahlkampf im Jahr 2012 - ein Mitglied habe gesagt: "Ich fand ihre
Vorstellung gut, aber ihr Name klingt nicht deutsch. Welchem Glauben
gehören sie denn an?" Sie habe geantwortet, sie sei Muslima. Seine
Gegenfrage lautete: "Wann konvertieren sie denn?", so Güler. "Was da
passierte, werde ich nie vergessen."
Quelle: dts Nachrichtenagentur