Wirtschaftsweiser für Integration von Soli in Einkommenssteuer

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Der Wirtschaftsweise Martin Werding hat vorgeschlagen, den Soli in den regulären Einkommenssteuertarif zu integrieren. "Der Solidaritätszuschlag mag derzeit noch verfassungsgemäß sein, aber seine Bezeichnung und die scheinbare Sonderrolle sind aus der Zeit gefallen", sagte Werding, Ökonomie-Professor in Bochum, der "Rheinischen Post".
"Er sollte als das genommen werden, was er faktisch ist: als Teil der
regulären Besteuerung von Unternehmensgewinnen und höheren Einkommen."
Werding
schlägt vor, ihn im Rahmen einer Steuerreform einzuarbeiten. "Bei der
Einkommensteuer ist die dringendste Aufgabe, die Belastung mittlerer
Einkommen zu verringern. Das entlastet automatisch auch höhere Einkommen
und ist fiskalisch sehr teuer. Wenn der Soli in den
Einkommensteuertarif eingearbeitet wird, steigt dafür der reguläre
Spitzensteuersatz auf derzeit rund 47,5 Prozent", so der
Wirtschaftsweise. "Das ist unschön, aber vielleicht ein politisch
umsetzbarer Kompromiss."
Für die Unternehmensteuer schlägt
Werding eine Senkung vor. "Bei der Unternehmensbesteuerung trägt der
Soli dazu bei, dass die Steuersätze mittlerweile deutlich über dem
OECD-Durchschnitt liegen. Sie sollten gesenkt werden, nötigenfalls in
mehreren Schritten, aber mit einem klaren Abbaupfad." Am Ende müsste die
Verteilung des Aufkommens der Einkommensteuer auf Bund, Länder und
Gemeinden noch so angepasst werden, dass die bisherigen Soli-Einnahmen
weiterhin vor allem dem Bund zufließen, so Werding.
Quelle: dts Nachrichtenagentur