Thüringer Linke fordert Landesaufnahmeprogramm für Syrer

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Die Linksfraktion im Thüringer Landtag setzt sich für ein Landesaufnahmeprogramm für besonders gefährdete Gruppen aus Syrien ein. Ein entsprechender Antrag soll zur kommenden Plenarsitzung von Mittwoch bis Freitag in den Landtag eingebracht werden, teilte die Fraktion am Sonntag mit.
Katharina König-Preuss, migrationspolitische Sprecherin der
Linksfraktion, begründet den Vorstoß mit der "dramatischen Lage" in
Syrien. "Regelmäßig erreichen uns Berichte über Gewalt, Verfolgung und
gezielte Angriffe auf religiöse und ethnische Minderheiten", sagte sie.
Alawiten, Christen, Jesiden, Kurden und andere könnten dort nicht mehr
sicher leben. Auch Frauen, die sich für Gleichberechtigung und
gesellschaftliche Teilhabe einsetzen, seien bedroht. Insbesondere
Aktivistinnen, Juristinnen und Journalistinnen seien systematischer
Verfolgung und Repression durch islamistische Milizen ausgesetzt.
Die
Linksfraktion fordert die Landesregierung auf, ein eigenes
Landesaufnahmeprogramm aufzusetzen und dafür die Zustimmung auf
Bundesebene einzuholen. Thüringen solle sich zudem in
Fachministerkonferenzen, im Bundesrat und auf EU-Ebene für ein
umfassendes Aufnahmeprogramm einsetzen.
König-Preuss sagte
weiter, dass in Thüringen zahlreiche Angehörige von Menschen leben, die
in Syrien um ihr Leben fürchten müssen. Da legale Wege zur
Familienzusammenführung fehlen, würden viele Betroffene in die Hände von
Schleusern oder auf lebensgefährliche Fluchtrouten getrieben. Ein
Landesaufnahmeprogramm könne hier konkret helfen, Leben zu retten und
Integration zu stärken.
Quelle: dts Nachrichtenagentur