Union weist Anspruch der AfD auf Fraktionssaal der SPD zurück
Die Unionsfraktion weist einen Anspruch der AfD auf den Fraktionssaal der SPD im Bundestag zurück. "Selbstverständlich ist die neue Fraktionsstärke der AfD zu berücksichtigen", sagte Patrick Schnieder, parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion, dem "Stern". "Es gibt aber keinen automatischen Zugriff auf bestimmte Räume."
Zuvor hatte die AfD Interesse am Otto-Wels-Saal der SPD-Fraktion
angemeldet. Die AfD-Fraktion ist nach der Bundestagswahl von 77 auf 152
Abgeordnete angewachsen. Die SPD hat nach dem schlechtesten Ergebnis
seit 1949 nur noch 120 Sitze. Die AfD braucht daher größere
Räumlichkeiten als bisher. Doch der Saal hat für die SPD eine
historische Bedeutung.
Zu Beginn jeder Wahlperiode kommen die
Fraktionen zusammen, um über diese Frage zu besprechen. Die Raumfrage
wird dann im Ältestenrat entschieden, normalerweise einstimmig. Die
Raumverteilung im Reichstagsgebäude richtet sich dabei üblicherweise
nach der Stärke der Fraktionen. Die SPD sitzt seit dem Umzug nach Berlin
1999 im selben Raum. In der Union gibt es Offenheit für Gespräche
darüber. "Diese Dinge müssen jetzt zwischen den Fraktionen und mit der
Präsidentin besprochen werden", sagte Schnieder. Der neue Bundestag
konstituiert sich voraussichtlich am 25. März.
Quelle: dts Nachrichtenagentur