Brandanschlag in Solingen: Grüne beklagen einseitige Ermittlungen
Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, hat angesichts des Brandanschlags auf ein Wohnhaus in Solingen im März vorigen Jahres und neuer Recherchen des Westdeutschen Rundfunks einseitige Ermittlungen beklagt.
"Es ist für mich nicht nachvollziehbar, warum ein mögliches
rechtsextremes Tatmotiv sehr schnell ausgeschlossen wurde und nicht
unmittelbar Gegenstand der Ermittlungen war", sagte Mihalic dem
"Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Dienstagausgabe). Die Daten und die
möglicherweise dahinterstehenden Zusammenhänge müssten spätestens jetzt
umfassend ausgewertet werden.
"Es muss geklärt werden, ob der
furchtbare Brandanschlag von Solingen ausschließlich die Tat eines
Einzelnen war, oder ob sich aufgrund des Hintergrundes des
Tatverdächtigen auch Verbindungen zu rechtsextremistischen oder
-terroristischen Strukturen ermitteln lassen", sagte Mihalic.
Bei
dem Brandanschlag wurden alle vier Mitglieder einer Familie aus
Bulgarien getötet und 21 Menschen verletzt. Bereits kurz nach der
Brandstiftung schloss die Staatsanwaltschaft ein rechtsextremes Motiv
aus. Der Angeklagte gab Anfang Februar zu, das Feuer gelegt zu haben.
Als Grund gab er Stress mit seiner Vermieterin an. Auf Festplatten und
USB-Sticks des Angeklagten sollen nun laut WDR 166 Dateien gefunden
worden sein, die den Nationalsozialismus verharmlosen sowie
rassistischer Natur sein sollen. Auch zahlreiche Hitler-Bilder seien
zutage gefördert worden, hieß es. Schließlich soll der Angeklagte
Wehrmachtslieder gehört haben, so der Bericht.
Quelle: dts Nachrichtenagentur