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Politikberater Michael Spreng im journalist-Interview: "Spiegel Online bestimmt den Takt"

Archivmeldung vom 04.11.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.11.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Logo von Spiegel Online
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Michael Spreng, Politikberater und einst Chefredakteur von Kölner Express und Bild am Sonntag, spricht im journalist-Interview über das Phänomen der Medienhypes. Laut Spreng kommt Spiegel Online die zentrale Rolle in der "Erregungswirtschaft" zu: "Spiegel Online als wichtigstes politisches Nachrichtenportal bestimmt den Takt und gibt Themen und Tendenzen vor."

Michael Spreng geht davon aus, dass die großen Newsportale den Nachrichtenrhythmus verändern. "Das vermittelte Weltgeschehen, und damit auch die Politik, findet längst in Echtzeit statt." Die Themenzyklen würden immer kürzer. "Ein Politiker, der nicht permanent diese Online-Angebote beobachten lässt, kann innerhalb einer halben Stunde die Deutungshoheit über ein politisches Thema verlieren", sagt Spreng. "Das ist ein Wandel, den kann man beklagen, aber er ist längst vollzogen."

Spiegel Online habe den Spiegel inzwischen als Leitmedium abgelöst. Onlineportale müssten in ihrer Funktion als Nachrichtenmedium ständig neue Anreize setzen, müssten mit neuen Wendungen eine Geschichte immer wieder neu verkaufen. Die Gefahr dabei: "Natürlich werden Aufhänger auch künstlich gesucht. Der Qualität der Berichterstattung ist das nicht zuträglich." Vor allem dann, wenn die Spiegel-Online-Sichtweise auf andere Redaktionen abfärbe: "Natürlich wird durch die Art der Aufbereitung auf Spiegel Online eine gewisse Tendenz vorgegeben. Diese Tendenz wird, wie das bei Leitmedien eben so ist, draußen im Land schon mal übernommen", sagt Spreng.

Tageszeitungen sollten laut Michael Spreng stärker auf Analysen, Reportagen und Kommentare setzen. "Wenn ich Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung wäre, würde ich auf Seite eins die besten Analysen und Reportagen anreißen und die klügsten Kommentare platzieren und nicht mehr versuchen, in der Nachrichtengebung mit den elektronischen Medien mitzuhalten."

Quelle: journalist - Das Medienmagazin

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