EU-Kommission warnt Patienten vor Pfusch durch den Arzt
Archivmeldung vom 24.11.2008
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Freigeschaltet durch Oliver RandakDie EU-Kommission in Brüssel warnt Patienten vor fehlerhaften Behandlungen durch den Arzt. Laut der Kommission würden den Ärzten bei jeder zehnten Behandlung Fehler unterlaufen. Bei etwa zehn Prozent der medizinischen Behandlungen entstehen den Patienten Schäden.
"Medizinische Fehler sind eine echte Herausforderung für die europäischen Gesundheitssysteme", sagte die EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou gegenüber der "Welt". Sie hat vor, am Mittwoch eigene Vorschläge bekannt zu geben. Sie fordert Unterstützung durch die Mitgliedstaaten, um in Bezug auf die Rechte und den Schutz der Patienten einen höheren Standard gewährleisten zu können.
"Wir erwarten, dass die Mitgliedstaaten eine Reihe von Empfehlungen umsetzen, um die Sicherheit von Patienten zu verbessern. Dazu gehört auch, dass im Falle von medizinischen Behandlungsfehlern Klagen erleichtert werden und eine Entschädigung sichergestellt wird", erklärte Vassiliou weiter.
Ein "Patientenrechtegesetz" soll, wie die "Welt" berichtet, für die Rechte und Pflichten von Ärzten und Patienten ein deutliches Regelwerk bieten, so Gerd Billen aus dem Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV).
Die Bundesärztekammer hat fesgestellt, dass den Chirurgen die meisten Fehler unterlaufen. Danach sind es die Orthopäden, Internisten und Gynäkologen. Im Jahr gäbe es während medizinischer Behandlungen nur in Krankenhäusern bereits 15 Millionen Fehler, nach Angaben der EU-Kommission.