Rheinische Post: Wie sexy sind Lehrer?
Archivmeldung vom 12.07.2007
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Freigeschaltet durch Jens BrehlEin deutsches Gericht findet es in Ordnung, wenn Schüler anonym benoten, wie "sexy" ein Lehrer ist. Eine solche Note, finden deutsche Richter weiter, habe nichts mit dem Persönlichkeitsrecht zu tun - es gehe nur um Meinungsfreiheit.
Als
Nicht-Jurist fragt man sich da schon, wo denn bitteschön das
Persönlichkeitsrecht betroffen ist, wenn nicht bei einem öffentlich
dokumentierten Urteil darüber, wie "sexy" einer ist. Nun wissen wir:
Juristisch hat die Debatte über die sexuellen Qualitäten eines
Menschen nichts mit dessen Persönlichkeit zu tun. Wir freuen uns
schon auf all die anderen Debatten: Wie sexy ist eigentlich Richter
Schmitz, Tischler Schulz oder Verkäufer Meier?
In Wahrheit ist das Kölner Urteil ein trübes Kapitel aus der Serie: Wie man den Lehrerberuf systematisch seiner Würde beraubt. Es mag ja sein, dass die meisten Lehrer die Spick-mich-Benotung souverän wegstecken. Eigentlich spielt das aber keine Rolle. Es gehört sich einfach nicht, Lehrer öffentlich in einem Stil zu denunzieren, der selbstverständlich verletzend und dazu noch feige (weil anonym) ist. Dieses Urteil ist eine Niederlage für das Klima an unseren Schulen und eine Niederlage für die schulische Erziehung. Denn die Botschaft ist: Schüler dürfen ihren Mangel an Mut und Anstand im Schutze Justitias ausleben. Na denn: Tschüss Werte-Erziehung!
Quelle: Pressemitteilung Rheinische Post