Mittelbayerische Zeitung: zu Syrien/Russland
Archivmeldung vom 08.02.2012
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Freigeschaltet durch Thorsten SchmittEs ist eine Vielzahl von Gründen, warum Russland sich hinter Syriens Präsidenten stellt. Es geht Moskau um den Erhalt eines wichtigen Waffenkunden. Es geht um den Erhalt eines Marinestützpunktes in Syrien. Es geht auch darum, das eigene Unbehagen darüber zu bekämpfen, dass sich die Zeiten geändert haben. Russland, das selbst nicht im Ruf steht, eine lupenreine Demokratie zu sein, erlebt, wie Tausende sich gegen die Regierung erheben.
Moskau hat zusehen müssen, wie reihenweise Despotien fielen. Der Kreml versucht, die Uhren anzuhalten, zu zeigen, wie einflussreich das Riesenreich nach wie vor ist. Und das nicht nur in Syrien: Es ist eine Frage der Zeit, bis Moskau im eisigen Winter den Gashahn weiter zudrehen und Europa in Schrecken versetzen wird. Es gibt schließlich viel zu verlieren: Am 4. März soll, wenn alles gut geht, Putin wieder Präsident werden. Dazu gilt es, die Russen zu beeindrucken von der Stärke Russlands. Und das geht offenbar immer noch am besten mit den Methoden des Kalten Kriegs.
Quelle: Mittelbayerische Zeitung (ots)