Rheinische Post: Totmacher-"Ehre"
Archivmeldung vom 15.04.2006
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Freigeschaltet durch Thorsten SchmittDer Berliner Innensenator Körting hat Recht: Mit grimmigem Blick auf die wirklich nicht integrierte türkische Zuwanderer-Familie der von ihrem Bruder ermordeten Hatan Sürücü sagte Körting: Wenn sie wirklich Ehre im Leib habe, solle sie konsequent sein und Deutschland verlassen.
Der Appell wird wenig fruchten, weil die Verwandtschaft
der Hingerichteten unter Ehre mit brutal-archaischer Totmacher-Logik
etwas völlig anderes versteht als die große Mehrheit der
Einheimischen und Zuwanderer.
Die dreiste Sieges-Symbolik im Anschluss an die Verurteilung des
Schwester-Mörders sowie den rechtsstaatlich begründbaren
In-dubio-pro-reo-Freispruch für die beiden älteren Brüder zeugt von
unbegreiflicher Schamlosigkeit. Es feixten diejenigen, die ihre
Schwester zum Tode verurteilten, weil sie nach ihrer Facon selig
werden wollte. Einzelfall? Man täusche sich nicht: Schon nachdem der
Mord im Februar 2005 passiert war, bezeugten türkischstämmige Schüler
in Berlin dem Täter ihren Respekt, weil die Ermordete "wie eine
Deutsche" gelebt habe. Ob gegen solche geistig-moralische Verwirrung
die nun wieder allseits geforderten Integrations-Anstrengungen
nutzen, darf bezweifelt werden. Es gibt aber dazu keine sinnvolle
Alternative.
Quelle: Pressemitteilung Rheinische Post