Die Lausitzer Rundschau Cottbus zu Norbert Röttgens künftiger Doppelfunktion
Archivmeldung vom 20.07.2006
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Freigeschaltet durch Thorsten SchmittNorbert Röttgen tut sich keinen Gefallen. Dass der CDU-Mann glaubt, den Spagat als wichtiger Wirtschaftsfunktionär und Bundestagsabgeordneter problemlos meistern zu können, zeugt von einer gewissen politischen Naivität. Die Wahrheit ist: Dem Tun und Reden des Rheinländers dürfte nun auf lange Zeit etwas Anrüchiges beiwohnen angesichts des berechtigten Wirbels um seine künftige Doppelfunktion.
Wer spricht da eigentlich, der Lobbyist oder der Volksvertreter?
Welche Interessen vertritt er denn nun, die seines Verbandes oder die
seiner Wähler? Röttgen wird nicht mehr überzeugend antworten können.
Ähnlich ergeht es ja bereits seinem Parteifreund Reinhard Göhner, der
als langer Arm der Arbeitgebervereinigung im politischen Betrieb
fungiert. Auch er führt einen ständigen Kampf um seine
Glaubwürdigkeit. Es ist halt ein gravierender Unterschied, ob man ein
Gewerkschafts- oder Handelskammermitglied ist, oder ob man nebenher
in herausragender Position die Geschicke eben solcher Institutionen
leitet.
Der Vorgang beim mächtigen BDI ist an sich schon einzigartig und
kommt einer Art Palastrevolte gleich. Und es hat den Anschein, dass
BDI-Präsident Thumann volles Risiko gegangen ist in der Hoffnung,
politisch an Einfluss zu gewinnen. Thumann steht nun vor einem
Scherbenhaufen, der öffentliche Brief seiner Vorgänger, mit welchem
Kalkül auch immer geschrieben, ist eine schallende Ohrfeige. Ihm
hilft nur noch eines: Röttgens Rückzieher aus dem Parlament.
Quelle: Pressemitteilung Lausitzer Rundschau