Der Schweinetransporter und was er mich lehrte
Archivmeldung vom 17.06.2021
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Freigeschaltet durch Sanjo BabićGedanken versunken auf der Autobahn entdecke ich einen Tiertransporter mit Schweinen – ich wittere Schlachthof-Geruch... Nach den Corona-Nachrichten im Autoradio komme ich mir plötzlich genauso „verschaukelt“ vor, wie die armen Schweine nebenan. Sind wir wirklich nur hilflos ausgeliefert oder bestimmen wir das Reiseziel?
Ich fahre in Gedanken versunken auf der Autobahn... – Nein, wer und was da alles so fährt?! Beim zweiten Mal schaue ich etwas genauer. Oh, wieder so ein Tiertransporter... Tatsächlich: rosa Borsten-Schweinehaut! Ich fühle plötzlich mit und denke: Die „armen Schweine“! Zum Glück bin ich ein Mensch geworden. Die Gedanken übernehmen mich: zusammengepfercht, muffiger Geruch, Luftnot bei Dunkelheit und ungewohntem Geschaukel – schon richtiger Schlachthof-Vorgeschmack! Ich denke, die Schweine haben Angst und wittern ihr Ende.
Weiter geht es auf der Autobahn. Die Nachrichten laufen: „Corona, Corona, Corona ...“ Neben mir baumeln die Masken, die ja nun zur „neuen Normalität“ dazugehören.
Mir wird es plötzlich kalt und warm zugleich. Ich realisiere: Eigentlich fühle ich mich genauso „verschaukelt“, wie die Schweine im Transporter nebenan. Alles ist dunkel und undurchsichtig, keiner weiß wohin die Reise geht. Die Luft wird auch immer knapper und raus kann ich auch nicht mehr… Ich wittere auch irgendwie „Schlachthof-Geruch“.
Ich fahre weiter und ich denke weiter...[weiterlesen]
Quelle: Kla.TV