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Wasserstoffhochlauf: Pragmatismus statt Überregulierung - VDI legt Maßnahmenpakete vor

Freigeschaltet am 22.04.2025 um 16:55 durch Sanjo Babić
Wasserstoffnutzung in 1895 zur Füllung eines Ballons (Symbolbild)
Wasserstoffnutzung in 1895 zur Füllung eines Ballons (Symbolbild)

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der VDI ruft die Bundesregierung auf, den im Koalitionsvertrag fest verankerten Wasserstoffhochlauf zügig mit konkreten Maßnahmen anzustoßen. Dazu präsentiert der Verein zwei Maßnahmenpakete und konkrete Handlungsempfehlungen.

Trotz klar formulierter Ziele zur Förderung von grünem Wasserstoff der Bundesregierung sei in der Praxis bislang zu wenig passiert, so das Fazit beim heutigen Pressegespräch im Rahmen der VDI-Initiative "Zukunft Deutschland 2050". "In erster Linie liegt das an fehlendem Pragmatismus und einer Überregulierung beim Einsatz von Wasserstoff", so VDI-Direktor Adrian Willig. "Der Koalitionsvertrag beinhaltet zwar einige positive Signale - darunter schnellere Genehmigungsverfahren - dennoch ist vieles noch zu unkonkret. Zum Beispiel die weitere Förderung von Wasserstoffnutzung und Erzeugung durch die Reduktion der Abgabenlast."

Prof. Michael Sterner, VDI-Wasserstoffexperte und Professor an der OTH Regensburg, bekräftigt: "Die Champagnerdiskussion rund um den Einsatz von Wasserstoff führt nicht ins Klimaziel. Wenn wir weiterhin die Hürden so hoch stecken, das keiner springt, kommen wir nicht voran. Wenn wir das vor 25 Jahren beim EEG so gehandhabt hätten, gäbe es die Photovoltaik in dieser Form heute nicht: es wäre alles im Keim erstickt worden."

Der VDI liefert mit seinen Handlungsempfehlungen und Maßnahmenpaketen fundierte, praxisnahe Vorschläge für einen beschleunigten Wasserstoffhochlauf. Die Maßnahmen adressieren sowohl das Mengen- als auch das Erlösrisiko innerhalb des Wasserstoffhochlaufs.

Henne-Ei-Problem beim Hochlauf

Sterner erläutert die Hemmnisse der Investitionen: "Der Hochlauf einer Wasserstoffwirtschaft scheitert aktuell am Henne-Ei-Problem: Sowohl potenzielle Erzeuger als auch Anwender von grünem Wasserstoff und seiner Derivate werden mit substanziellen Abnahme- bzw. Versorgungsrisiken sowie hohen Erlösrisiken konfrontiert." VDI-Direktor Adrian Willig bekräftigt: "Es braucht jetzt eine koordinierte politische Unterstützung, die beide Risiken gezielt adressiert - und das über 2030 hinaus."

VDI-Maßnahmenpakete für Politik und Wirtschaft

Im Rahmen der VDI-Initiative ist ein Zukunftsdialog Wasserstoff mit namhaften Experten und Expertinnen entstanden. Vorsitzender des Dialogs ist Prof. Michael Sterner, Mitglied im Nationalen Wasserstoffrat der Bundesregierung. Stakeholder über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg wurden an einen Tisch gebracht - darunter Vertreter aus Behörden, Infrastruktur, Anwendung und Erzeugung.

Das erste Maßnahmenpaket zielt darauf ab, die Erzeugung von grünem Wasserstoff zu fördern und ihn wettbewerbsfähig gegenüber fossilen Energieträgern zu machen. Derzeit stammen laut Energieversorgungsunternehmen nur rund 5 % des in Deutschland produzierten Wasserstoffs aus erneuerbaren Quellen. Das zweite Paket stärkt die industrielle Nachfrage, etwa durch den Aufbau eines Handels mit grünem Wasserstoff.

Zu den weiteren Ergebnissen zählen 28 Einzelmaßnahmen in Form von Steckbriefen. Die Empfehlungen reichen von Steuervergünstigungen über gezielte Förderinstrumente wie Differenzkostenmodelle bis hin zu einer Weiterentwicklung der THG-Quote und Grüngasquote. Die gesamte Publikation kann hier eingesehen werden.

Grüner Wasserstoff ist laut dem Expertengremium ein Schlüssel zur Defossilisierung der Industrie. Zudem benötigten schwer elektrifizierbare Prozesse - etwa in der Luft- und Schifffahrt sowie im Schwerlastverkehr - Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe als klimaneutrale Alternative. Für die saisonale Speicherung erneuerbarer Energien - Stichwort "Dunkelflaute" - sei Wasserstoff und Power-to-X ebenfalls unerlässlich.

Planungssicherheit und wettbewerbsfähige Preise

Wettbewerbsfähige Preise und Planungssicherheit für industrielle Unternehmen bilden nach dem Energieexperten Sterner die Basis. "Preis- und Abnahmegarantien helfen dem Hochlauf. Nur wenn Unternehmen verlässlich mit Wasserstoff planen können, investieren sie in die nötige Infrastruktur und Technologien."

Der VDI ruft Politik und Wirtschaft auf, die vorgelegten Empfehlungen zu nutzen und den Wasserstoffhochlauf systematisch zu gestalten. "Unsere Empfehlungen stehen bereit. Wir erheben kein Copyright darauf. Nutzen Sie unser Know-how, damit aus Visionen endlich Wirklichkeit wird", appelliert der VDI-Direktor.

Quelle: VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. (ots)

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