Das Geheimnis der Heilerde neu entdeckt
Archivmeldung vom 19.04.2008
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.04.2008 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.
Freigeschaltet durch Thorsten SchmittHeilerde ist die sanfte Alternative für die Behandlung von Sodbrennen. Denn das uralte Heilmittel kann Magensäure nachweislich ebenso gut binden wie synthetisch hergestellte Kautabletten oder Gels. Das wertvolle Gesteinspulver hilft außerdem bei Hautproblemen und ist ein kostengünstiges Wellnessprodukt.
In den Regalen von Apotheken und Drogeriemärkten reiht sich die
Heilerde bescheiden ein zwischen Vitaminpräparaten und Kräu-tertees.
Das war nicht immer so. Denn die braune Tonerde gehört zu den ältesten
Arzneimitteln der Menschheit. Im Altertum war das eiszeitliche
Gesteinspulver zeitweise sogar so wertvoll, dass es in Gold aufgewogen
wurde.
„Heilerde ist ein hochwirksames Präparat, das heute völlig zu Unrecht weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Diese spezielle Tonerde kann nachweislich Stoffe binden, die sich ungünstig auf den Organismus auswirken, die Anwendung hat keine Nebenwirkungen und ist außerdem sehr kostengünstig“, sagt Dr. Wolfgang Widmaier von der Union Deutscher Heilpraktiker Landesverband Baden-Württemberg. „Es ist also an der Zeit, dass die Heilerde wieder den Stellenwert bekommt, der ihr als bewährtes traditionelles Arzneimittel zusteht“.
Sodbrennen natürlich behandeln
In der Naturheilkunde wird Heilerde als Antazidum eingesetzt, also als
Arz-neimittel zur Neutralisierung von Magensäure. Heilpraktiker
verwenden das feine, ockerfarbene Pulver bei Sodbrennen als sanfte und
natürliche Alternative zu synthetisch hergestellten Kautabletten oder
Gels auf der Basis von Magnesium- oder Aluminium-Verbindungen.
Wie aber wirkt das fein verriebene, naturreine Gesteinspulver aus den eiszeitlichen Lössablagerungen? Die schichtartig aufgebauten Minerale dieses speziellen Tons haben eine außergewöhnlich große „innere“ Oberfläche und damit die Fähigkeit, zwischen ihren Schichten Bakterien und Schadstoffe wie ein Schwamm aufzusaugen und anzulagern. Aufgrund dieser hohen Bindungsfähigkeit wird Heilerde auch häufig zur Behandlung anderer Magen-Darm-Probleme und zur so genannten Darmsanierung verwendet. Auch nach einem zu fetten Essen und übermäßigem Alkoholgenuss hilft der „Schwammeffekt“, den Kater am nächsten Tag zu vermeiden.
Heilerde ist allerdings nicht gleich Heilerde. Denn je nach
Bodenbeschaffen-heit kann die Zusammensetzung der Tonerde und damit die
Wirksamkeit sehr unterschiedlich sein. Die Säurebindungskapazität von
Heilerde-Pulver des Herstellers Luvos wurde durch Labortests bestätigt.
Ein Teelöffel dieser Heilerde (6,5g) entspricht der vom Bundesinstitut
für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) empfohlenen Einzeldosis
für ein Antazidum. Gegenwärtig läuft eine Anwendungsbeobachtung an der
Charité Berlin, um die Wirksamkeit von Heilerde bei einem positiven
Helicobacter-pylori-Befall zu untersuchen. Diese Erkrankung wird
konventionell mit einem Breitbandantibiotikum in Kombination mit
anderen synthetischen Medikamenten behandelt.
Hilfe gegen Akne
Eine zweite Anwendungsbeobachtung führt die Charité für die Behandlung von Akne durch. Denn auch die äußerliche Anwendung von Heilerde hat in der Naturheilkunde eine lange Tradition. So wird für die Behandlung von Hautunreinheiten eine dickflüssige Paste aus Heilerde und Wasser auf die Haut aufgetragen. Die Heilerde nimmt den überschüssigen Hauttalg auf – eine der Hauptursachen für Akne –und befreit die Haut so gründlich von Unreinheiten. Für kosmetische Anwendungen wird meist grüne Tonerde verwendet, die alternativ auch mit Weizenkeimöl oder Honig angerührt werden kann. Eine solche Maske reinigt, klärt den Teint und wirkt durchblutungsfördernd.
Für die äußerliche Anwendung kennt die Naturheilkunde viele weitere
Indikationen wie z.B. Prellungen, Entzündungen, Rheuma, Ekzeme,
Verbrennungen / Sonnenbrand, Insektenstiche oder nässende Geschwüre. Je
nach Art der Behandlung unterscheidet man zwischen trockener und
feuchter Anwendung, wobei feuchte Packungen oder Wickel wiederum warm
(durchblutungsfördernd) oder kalt (entzündungshemmend) aufgetragen
werden können.
Heilerde gibt es als Pulver in verschiedenen Feinheitsgraden. Für die innerliche Anwendung verrührt man einen Teelöffel Heilerde in einem halben Glas Wasser. Alternativ kann man auch Kapseln einnehmen. Auf dem deutschen Markt ist nur die Heilerde des traditionellen Herstellers Luvos nach dem deutschen Arzneimittelgesetz als Arzneimittelprodukt für die Indikationen Sodbrennen, säurebedingte Magenbeschwerden und Durchfall zugelassen. Alle anderen Präparate haben den Status von Medizinprodukten.
Quelle: Union Deutscher Heilpraktiker